Behandlung · 08

Zahnimplantate

Zahnimplantate werden im Kieferknochen eingesetzt und tragen Restaurationen zum Ersatz fehlender Zähne. Sie kommen bei einzelnen fehlenden Zähnen bis hin zum vollständig zahnlosen Kiefer infrage.

Aufbau des Implantats und Behandlungsablauf

Implantat

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die anstelle entfernter Zähne in den Kieferknochen eingesetzt werden und Keramikkronen, Brücken oder herausnehmbaren Zahnersatz tragen können. Sie werden durch technologische Bearbeitung der Oberfläche biokompatibler Metalle wie Titan hergestellt. Heute werden bei der Verbindung mit dem Knochen sehr erfolgreiche Ergebnisse erzielt. Bei guter allgemeiner Gesundheit und ausreichender Knochenbreite und Knochenhöhe im Bereich des fehlenden Zahns können sie problemlos eingesetzt werden. Nach einem ein- bis zweistündigen Eingriff integriert sich das Implantat während einer Wartezeit von etwa eineinhalb Monaten im Unterkiefer beziehungsweise drei Monaten im Oberkiefer in den Knochen und ist für den Zahnersatz bereit. Anschließend können eine Einzelkrone bei einem fehlenden Zahn, eine Brücke bei mehreren fehlenden Zähnen oder eine herausnehmbare Prothese bei vollständigem Zahnverlust eingesetzt werden. Diese Planung erfolgt erst nach umfassender zahnärztlicher Untersuchung, weiteren Befunden und Röntgenbeurteilung.

ZAHNIMPLANTATE

Implantatversorgung

Öffnen Sie ein Thema, um Informationen zur Planung und verfügbare Patientenbeispiele anzusehen. Der geeignete Ansatz richtet sich nach der klinischen Untersuchung.

01All-on-4®

Planung eines festsitzenden Zahnersatzes auf vier Implantaten im vollständig zahnlosen Kiefer

All-on-4 ist ein Behandlungskonzept, bei dem in geeigneten vollständig zahnlosen Kiefern ein festsitzender Zahnersatz auf vier Implantaten geplant wird. Meist werden vorne zwei Implantate senkrecht und hinten zwei zur Unterstützung schräg eingesetzt. Diese Anordnung kann helfen, vorhandenen Knochen besonders effizient zu nutzen. Sie ermöglicht vollständig festsitzende Zähne in Fällen, in denen dies früher nicht möglich war, oder vermeidet die meisten sonst erforderlichen langwierigen, schwierigen und umfangreichen chirurgischen Eingriffe.

Bei Menschen, die seit Langem vollständig zahnlos sind oder alle Zähne auf einmal verlieren, ermöglicht das Konzept in sehr kurzer Zeit die Versorgung des gesamten Gebisses. Zusätzliche Eingriffe werden jedoch nicht bei jedem vollständig vermieden; insbesondere nach sehr langem Tragen einer Totalprothese können sie weiterhin notwendig sein. Implantatpositionen, Knochenmenge und anatomische Strukturen werden mit detaillierter Bildgebung beurteilt.

Bei ausreichender anfänglicher Stabilität und geeigneten weiteren Bedingungen kann am selben Tag ein provisorischer festsitzender Zahnersatz eingesetzt werden. Insbesondere Extraktion, anschließende Implantation und häufig das Einsetzen vorab gefertigter provisorischer Kunststoffzähne können in derselben Sitzung erfolgen. Nach drei Monaten knöcherner Integration, der sogenannten Osseointegration, kann die definitive Versorgung als Zirkonoxidzähne auf einem Titangerüst hergestellt und okklusal mit den Implantaten verschraubt werden. Reinigungsfähigkeit und Bissgestaltung sind in dieser Phase besonders wichtig.

Auch Planungen mit sechs Implantaten sind möglich. Sie gehören nicht zur selben Kategorie wie All-on-4, das vier Implantate bezeichnet. Implantatanzahl und Prothesentyp richten sich vollständig nach der klinischen Situation des Patienten.

PATIENTENBEISPIEL

Vorher und nachher

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All-on-4-Implantatbehandlung: Patientenbeispiel. Behandlung und Ergebnisse sind individuell unterschiedlich. Die Ergebnisse chirurgischer oder interventioneller Maßnahmen variieren von Person zu Person. Lassen Sie sich vor einem Eingriff ausführlich von Ihrem Behandler beraten.

02Implantate im ästhetischen Bereich

Eine erfolgreiche Implantatbehandlung hängt nicht nur vom Einwachsen in den Knochen ab, sondern auch davon, den ersetzten natürlichen Zahn mit seinen umliegenden Geweben vollständig nachzuahmen. Einfache Vorsichtsmaßnahmen können wichtig sein; zugleich muss der Zahnarzt fortgeschrittene Techniken beherrschen, und Implantat sowie Zahnersatz müssen die technologische Vielfalt bieten, die zur Nachahmung natürlicher Strukturen erforderlich ist.

Welche grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen gibt es?

a. Der Zahnarzt muss atraumatisch arbeiten und Implantatpositionierung, chirurgische Techniken sowie die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrung sicher beherrschen.

b. Wenn möglich, sollte das Implantat unmittelbar nach der Zahnextraktion eingesetzt werden. Es ist wissenschaftlich belegt, dass der Knochen im Extraktionsgebiet innerhalb von sechs Monaten um 30–60 % abgebaut wird. Dies führt zu Knochenverlust und Zahnfleischrückgang am Kieferkamm, in dem das Implantat eingesetzt wird.

c. Die Extraktion des zu ersetzenden Zahns muss atraumatisch erfolgen; hierfür sind spezielle Techniken erforderlich.

d. Ist eine sofortige Implantation nicht möglich, muss die Extraktionsalveole mit speziellen Materialien und Techniken aufgefüllt und erhalten werden, um dem Knochenabbau entgegenzuwirken.

Fortgeschrittene Techniken

Liegt die Extraktion lange zurück und besteht erheblicher Knochenverlust, werden unterschiedliche Eingriffe eingesetzt, um das als rosa Ästhetik bezeichnete Zahnfleischbild wiederherzustellen.

a. Der Knochen um Implantat und Nachbarzähne bildet die Stütze und das Gerüst des Zahnfleischs. Damit sich Zahnfleisch bildet und langfristig nicht zurückgeht, muss zunächst der Knochen rekonstruiert werden. Dies geschieht durch fortgeschrittene Techniken mit Knochenaufbau und gesteuerter Geweberegeneration.

b. Nach Herstellung der knöchernen Unterstützung werden Bindegewebs- und Zahnfleischtransplantationen durchgeführt.

Wenn durch diese Maßnahmen die rosa Ästhetik erreicht ist, lässt sich mit einer erfolgreichen prothetischen Restauration die weiße Ästhetik über dem Implantat sehr einfach herstellen.

PATIENTENBEISPIEL

Vorher und nachher

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Implantat im ästhetischen Bereich: Patientenbeispiel. Behandlung und Ergebnisse sind individuell unterschiedlich. Die Ergebnisse chirurgischer oder interventioneller Maßnahmen variieren von Person zu Person. Lassen Sie sich vor einem Eingriff ausführlich von Ihrem Behandler beraten.

03Implantatgetragene Prothesen

Implantate für herausnehmbaren Zahnersatz dienen dazu, dessen Halt oder Unterstützung zu verbessern. Bei vollständiger Zahnlosigkeit kann eine bewegliche Prothese Schwierigkeiten beim Kauen und Tragen verursachen. Für geeignete Personen kann eine implantatverankerte Prothese erwogen werden. Diese Planung ist nicht mit einer festsitzenden Brücke gleichzusetzen; die Prothese kann zur Reinigung herausgenommen werden.

Implantatanzahl, Versorgung von Ober- oder Unterkiefer, Knochenmenge und Verbindungssystem werden gemeinsam beurteilt. Manche Prothesen sind an einzelnen Halteelementen befestigt, andere an einem Steg, der die Implantate verbindet. Wie viel Unterstützung Implantate und Mundgewebe leisten, hängt vom Design ab. Nicht für jeden Kiefer sind dieselbe Implantatanzahl oder dieselben Verbindungen geeignet.

Nach der Implantation richten sich Heilungs- und Belastungszeitpunkt nach anfänglicher Stabilität und Befunden. Anschließend werden Prothesenpassung, Verbindungen und Biss kontrolliert. Nicht jede vorhandene Prothese kann unmittelbar an Implantate angepasst werden; Änderungen oder eine Neuanfertigung können erforderlich sein.

Prothese und Verbindungselemente müssen regelmäßig gereinigt werden. Halteelemente können verschleißen und einen Austausch benötigen. Bei Kontrollen werden periimplantäre Gewebe, Prothesensitz und Kauverhältnisse beurteilt. Implantatunterstützung garantiert nicht, dass eine Prothese niemals beweglich wird oder keine Pflege benötigt.

PATIENTENBEISPIEL

Vorher und nachher

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Implantatgetragene Prothese: Patientenbeispiel. Behandlung und Ergebnisse sind individuell unterschiedlich. Die Ergebnisse chirurgischer oder interventioneller Maßnahmen variieren von Person zu Person. Lassen Sie sich vor einem Eingriff ausführlich von Ihrem Behandler beraten.

04Sofortimplantation und provisorischer Zahn am selben Tag

Implantat und provisorischer Zahn am selben Tag

Bei geeigneten Bedingungen, ohne Infektion oder chronische Läsion am entfernten Zahn und bei ausreichender knöcherner Unterstützung können nach zahnärztlicher Beurteilung Extraktion, Implantation und sogar ein provisorischer Zahn in derselben Sitzung möglich sein. Eine Implantation unmittelbar nach der Extraktion und das Einsetzen eines Zahns am selben Tag sind getrennte Entscheidungen; dafür sollten spezielle Implantate und provisorische Materialien ausgewählt werden.

Dieser Ansatz eignet sich nicht für jeden, ist aber unter ausreichenden Voraussetzungen möglich. Knochenmenge und Knochenqualität, anfängliche Implantatstabilität, Bisskräfte und umgebende Gewebe sind besonders wichtig. In geeigneten Fällen bietet er erhebliche Vorteile: Während bei klassischen Verfahren die Heilung nach der Extraktion abgewartet wird, minimiert diese Methode Zahnfleisch- und Knochenverlust.

Eine provisorische Restauration bedeutet nicht, dass die gesamte Heilung abgeschlossen ist; Hinweise zu Nutzung und Ernährung müssen beachtet und Kontrolltermine eingehalten werden. Unter optimalen Bedingungen verhindert dieser Ansatz den Verlust der dreieckigen Zahnfleischpapille zwischen den Zähnen und erhält damit Ästhetik und Hygiene. Die definitive Krone, die das Provisorium ersetzt, tritt in idealer Zahnform aus dem Bereich unter dem Zahnfleisch hervor und ahmt das natürliche Gewebe wesentlich besser nach.

PATIENTENBEISPIEL

Vorher und nachher

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Sofortimplantation und provisorischer Zahn am selben Tag: Patientenbeispiel. Behandlung und Ergebnisse sind individuell unterschiedlich. Die Ergebnisse chirurgischer oder interventioneller Maßnahmen variieren von Person zu Person. Lassen Sie sich vor einem Eingriff ausführlich von Ihrem Behandler beraten.

Okklusal verschraubte implantatgetragene Kronen und Brücken

Anstelle mehrteiliger zementierter Systeme werden heute einteilige verschraubte Kronen und Brücken verwendet, die direkt in den Schraubenkanal des Implantats eingeschraubt werden. Diese moderne Methode hat sich entwickelt, weil digitale Abformverfahren eine wesentlich tiefere und präzisere Erfassung ermöglichen.

Vorteile

Da die bei klassischen Verfahren als Abutments bezeichneten Zwischenteile entfallen, sitzt die Krone präziser; Passungsprobleme wie eine ungeeignete Kronenhöhe oder Lücken zu Nachbarzähnen treten nicht auf.

Durch die einteilige Herstellung treten langfristig weder Schraubenlockerungen noch ein Ablösen der aufliegenden Krone von der Klebeverbindung auf.

Die Versorgung verursacht nicht den Zahnfleisch- und Knochenverlust um Implantate, der durch langfristige Bakterienansammlung in Zementspalten oder durch Zementreste unter dem Zahnfleisch entstehen kann. Diese als Periimplantitis bezeichnete Erkrankung wird bei okklusal verschraubten Zirkonoxidkronen sehr selten beobachtet, da die zahnfleischverträglichen Titan- und Zirkonoxidoberflächen nahtlos ineinander übergehen und sehr leicht zu reinigen sind.

Eine okklusal verschraubte Zirkonoxidkrone beginnt weit unter dem Zahnfleisch, am Übergang zwischen Knochen und Zahnfleisch, und ahmt den natürlichen Zahn perfekt nach. Auch bei altersbedingtem Knochenverlust wird kein schwarzes Abutment sichtbar; stattdessen bleibt die Zirkonoxidoberfläche zahnfarben.